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Röntgen Wiener Neustadt

Brustkrebs-Früherkennungsprogramm in Österreich

20. April 2026

Patientin am Mammographiegerät während einer Mammographie-Untersuchung

Das Brustkrebs-Früherkennungsprogramm in Österreich ist ein kostenloses und qualitätsgesichertes Mammographie-Screening für Frauen ohne erkennbare Beschwerden. Frauen zwischen 45 und 74 Jahren können alle zwei Jahre mit ihrer automatisch freigeschalteten e-card an einer Früherkennungsmammographie teilnehmen. Frauen zwischen 40 und 44 Jahren sowie Frauen ab 75 Jahren können sich freiwillig für das Programm anmelden.
Ziel des Programms ist es, Brustkrebs möglichst früh zu erkennen und die Qualität der Mammographie dauerhaft zu sichern. Eine frühe Diagnose kann bessere Behandlungsmöglichkeiten eröffnen. Die Untersuchung besitzt jedoch auch Grenzen und mögliche Nachteile. Dazu zählen falsch-positive oder falsch-negative Befunde, Überdiagnosen und die geringe Strahlenbelastung durch die Röntgenuntersuchung.

Was ist das österreichische Brustkrebs-Früherkennungsprogramm?

Das österreichische Brustkrebs-Früherkennungsprogramm, auch Mammographie-Screening genannt, ist ein bundesweit organisiertes Vorsorgeangebot. Es besteht seit 2014 und richtet sich an Frauen, die keine Beschwerden oder erkennbaren Anzeichen einer Brustkrebserkrankung haben.

Die zentralen Ziele des Programms sind:

• Brustkrebs möglichst früh zu erkennen,
• langfristig die Brustkrebssterblichkeit zu senken,
• eine einheitlich hohe Qualität der Mammographie sicherzustellen,
• auffällige Befunde nach festgelegten Standards abzuklären.

Die Teilnahme ist freiwillig. Die Mammographie kann eine Erkrankung nicht verhindern, sondern soll bereits vorhandene Veränderungen möglichst früh sichtbar machen.

Wer kann am Brustkrebs-Früherkennungsprogramm teilnehmen?

Frauen zwischen 45 und 74 Jahren

Die reguläre Zielgruppe des österreichischen Brustkrebs-Früherkennungsprogramms umfasst Frauen zwischen 45 und 74 Jahren. Ihre e-card ist automatisch alle zwei Jahre für eine Früherkennungsmammographie freigeschaltet. Zusätzlich erhalten sie regelmäßig ein Erinnerungsschreiben.

Das Programm richtet sich insbesondere an Frauen, die:

keine Beschwerden an der Brust haben,
• keine auffälligen Veränderungen bemerken,
nicht bereits wegen Brustkrebs behandelt werden,
kein bekanntes stark erhöhtes familiäres oder genetisches Risiko haben.

Eine ärztliche Überweisung ist für die reguläre Früherkennungsmammographie grundsätzlich nicht erforderlich.

Teilnahme zwischen 40 und 44 Jahren

Frauen zwischen 40 und 44 Jahren können sich freiwillig für das Programm anmelden. Nach der Anmeldung wird ihre e-card für die kostenlose Früherkennungsmammographie freigeschaltet.
Bei jüngeren Frauen ist das Brustgewebe häufiger dichter. Dadurch kann die Mammographie schwieriger zu beurteilen sein. Die Wahrscheinlichkeit zusätzlicher Abklärungsuntersuchungen kann dadurch steigen.

Teilnahme ab 75 Jahren

Frauen ab 75 Jahren können ebenfalls freiwillig am österreichischen Mammographie-Screening teilnehmen. Sie müssen sich dafür beim Programm anmelden beziehungsweise ihre e-card freischalten lassen.
Die Entscheidung sollte den allgemeinen Gesundheitszustand, bestehende Erkrankungen und die persönliche Situation berücksichtigen.

Für wen ist das Früherkennungsprogramm nicht gedacht?

Das Brustkrebs-Früherkennungsprogramm ist für Frauen ohne erkennbare Beschwerden konzipiert. Bei Beschwerden handelt es sich nicht mehr um eine reine Vorsorgeuntersuchung, sondern um eine medizinisch notwendige diagnostische Abklärung.

Folgende Veränderungen sollten zeitnah ärztlich untersucht werden:

• ein neu tastbarer Knoten,
• eine Einziehung der Haut oder Brustwarze,
• auffälliger Flüssigkeitsaustritt aus der Brustwarze,
• neu aufgetretene Form- oder Größenveränderungen,
Hautveränderungen oder Entzündungszeichen,
• anhaltende, ungewöhnliche Beschwerden.

Auch Frauen mit einer bekannten genetischen Belastung, einem deutlich erhöhten familiären Risiko oder einer früheren Brustkrebserkrankung benötigen häufig ein individuell festgelegtes Untersuchungsprogramm.

Wie läuft eine Früherkennungsmammographie ab?

Vorbereitung auf die Mammographie

Vor der Untersuchung werden bestehende Beschwerden, frühere Operationen und relevante Vorerkrankungen erfasst. Frühere Mammographieaufnahmen sollten verfügbar sein, da der Vergleich mit Voraufnahmen die Beurteilung von Veränderungen erleichtert.
Am Untersuchungstag sollten im Brust- und Achselbereich möglichst keine Deodorants, Puder oder Cremes verwendet werden, sofern die untersuchende Einrichtung dies entsprechend empfiehlt. Bestimmte Inhaltsstoffe können auf Röntgenbildern störende Strukturen verursachen.

Durchführung der Untersuchung

Bei der Mammographie wird jede Brust einzeln zwischen zwei Platten positioniert und für wenige Sekunden zusammengedrückt. Die Kompression verteilt das Brustgewebe, verbessert die Bildqualität und trägt dazu bei, die erforderliche Strahlendosis niedrig zu halten.
In der Regel werden von jeder Brust zwei Röntgenaufnahmen aus unterschiedlichen Richtungen erstellt. Der Druck kann unangenehm oder kurzzeitig schmerzhaft sein.

Befundung nach dem Vier-Augen-Prinzip

Im qualitätsgesicherten Früherkennungsprogramm werden die Mammographieaufnahmen unabhängig voneinander von zwei entsprechend geschulten Radiologinnen oder Radiologen beurteilt. Dieses Vier-Augen-Prinzip soll die Sicherheit der Befundung erhöhen.

Wann wird zusätzlich ein Brustultraschall durchgeführt?

Ein Brustultraschall ist nicht automatisch Bestandteil jeder Früherkennungsmammographie. Er kann ergänzend sinnvoll sein, wenn:

• das Brustgewebe sehr dicht ist,
• eine Veränderung in der Mammographie genauer beurteilt werden muss,
• ein Tastbefund besteht,
• die radiologische Beurteilung eine weitere Abklärung erfordert.

Der Ultraschall ersetzt die Mammographie nicht. Kleine Verkalkungen und bestimmte frühe Veränderungen können in der Mammographie besser sichtbar sein.

Welche Vorteile hat das Brustkrebs-Früherkennungsprogramm?

Frühere Erkennung von Brustkrebs

Die Mammographie kann kleine Tumoren oder verdächtige Gewebeveränderungen erkennen, bevor sie tastbar werden oder Beschwerden verursachen.

Bessere Behandlungsmöglichkeiten

Früh entdeckte Tumoren sind häufig kleiner und möglicherweise noch nicht in Lymphknoten oder andere Organe vorgedrungen. Dadurch können schonendere Behandlungsmöglichkeiten bestehen.

Qualitätsgesicherte Untersuchung

Teilnehmende radiologische Einrichtungen müssen definierte fachliche und technische Qualitätsanforderungen erfüllen. Dazu gehören geeignete Mammographiegeräte, speziell geschultes Personal, regelmäßige Kontrollen und standardisierte Befundungsabläufe.

Kostenloser Zugang

Frauen der regulären Zielgruppe können die Untersuchung alle zwei Jahre kostenlos mit ihrer e-card in Anspruch nehmen. Die Teilnahme ist freiwillig.

Mögliche Senkung der Brustkrebssterblichkeit

Das organisierte Mammographie-Screening soll Brustkrebs früher erkennen und langfristig dazu beitragen, die Brustkrebssterblichkeit zu senken. Der Nutzen ist nicht für jede Altersgruppe gleich groß und muss gegen mögliche Nachteile abgewogen werden.

Welche Nachteile und Risiken hat die Mammographie?

Falsch-positive Befunde

Ein auffälliger Mammographiebefund bedeutet nicht automatisch, dass Brustkrebs vorliegt. Zusätzliche Aufnahmen, Ultraschalluntersuchungen oder Gewebeentnahmen können erforderlich werden, obwohl sich die Veränderung später als gutartig erweist.
Etwa 970 von 1.000 Frauen erhalten nach der Früherkennungsmammographie einen unauffälligen Befund. Ein Teil der übrigen Frauen benötigt zusätzliche Untersuchungen.

Falsch-negative Befunde

Auch eine fachgerecht durchgeführte Mammographie erkennt nicht jeden Brustkrebs. Ein Tumor kann übersehen werden, noch zu klein sein oder sich erst zwischen zwei Untersuchungsterminen entwickeln.
Ein unauffälliger Befund bietet deshalb keine vollständige Sicherheit. Neu auftretende Veränderungen müssen unabhängig vom letzten Mammographiebefund ärztlich abgeklärt werden.

Überdiagnosen

Bei einer Überdiagnose wird durch das Screening eine Krebserkrankung entdeckt, die ohne Untersuchung möglicherweise während des restlichen Lebens keine Beschwerden verursacht hätte.
Zum Zeitpunkt der Diagnose lässt sich häufig nicht sicher bestimmen, welcher Tumor fortschreiten wird. Deshalb kann eine Überdiagnose zu Behandlungen führen, die der betroffenen Frau möglicherweise keinen gesundheitlichen Vorteil gebracht hätten.

Strahlenbelastung

Die Mammographie verwendet Röntgenstrahlung. Moderne Geräte arbeiten mit einer niedrigen Strahlendosis. Ein geringes strahlenbedingtes Risiko kann dennoch nicht vollständig ausgeschlossen werden. Bei sachgerechter Anwendung wird der erwartete Nutzen in der vorgesehenen Zielgruppe höher bewertet als das Strahlenrisiko.

Schmerzen durch die Kompression

Das Zusammendrücken der Brust kann als unangenehm oder schmerzhaft empfunden werden. Die Kompression dauert gewöhnlich nur wenige Sekunden und ist für eine aussagekräftige Aufnahme erforderlich.

Was geschieht bei einem auffälligen Mammographiebefund?

Ein auffälliger Befund ist noch keine Brustkrebsdiagnose. Er bedeutet zunächst, dass eine Veränderung genauer untersucht werden muss.

Je nach Befund können folgende Untersuchungen erforderlich sein:

• zusätzliche Mammographieaufnahmen,
• Brustultraschall,
• Magnetresonanztomographie,
• ärztliche Untersuchung,
• Entnahme einer Gewebeprobe.

Erst die weitere Abklärung zeigt, ob eine Veränderung gutartig oder bösartig ist.

Wie oft sollte eine Mammographie durchgeführt werden?

Im österreichischen Brustkrebs-Früherkennungsprogramm ist ein Untersuchungsintervall von zwei Jahren vorgesehen. Die e-card der regulären Zielgruppe wird dementsprechend alle 24 Monate freigeschaltet.
Bei Beschwerden, einem erhöhten Brustkrebsrisiko oder einem bereits bekannten Befund können andere Untersuchungsintervalle erforderlich sein. Diese werden individuell ärztlich festgelegt.

Brustkrebsfrüherkennung als informierte Entscheidung

Das österreichische Brustkrebs-Früherkennungsprogramm bietet Frauen einen strukturierten, kostenlosen und qualitätsgesicherten Zugang zur Mammographie. Die Untersuchung kann Brustkrebs in einem frühen Stadium erkennen und dadurch bessere Behandlungsmöglichkeiten eröffnen.
Gleichzeitig kann das Screening Fehlalarme, zusätzliche Untersuchungen, Überdiagnosen und eine geringe Strahlenbelastung verursachen. Ein unauffälliges Untersuchungsergebnis schließt Brustkrebs nicht vollständig aus.
Die Teilnahme ist freiwillig. Eine sachgerechte Entscheidung berücksichtigt daher sowohl den möglichen Nutzen als auch die Grenzen und Risiken der Früherkennungsmammographie.

FAQ zum Brustkrebs-Früherkennungsprogramm

Frau tastet ihre Brust zur Brustvorsorge vor einer Mammographie ab

Antworten auf die wichtigsten Fragen